Heute gibt es einen Gastbeitrag zum STUWO Gewinnspiel. Ich danke Jan für den Beitrag.
Das STUWO – Niveau und gute Laune
Erik hat mich gebeten einen Gastbeitrag zu veröffentlichen, denn man kennt sich eben aus
Zeiten in denen ich selbst noch ein Blog betrieb und in sofern war die Bitte auch ein Anreiz zu
testen ob der Pathos noch da ist und ich sagte Ja. Grundsätzlich impliziert das Konzept von Erik ja
das Testen bestimmter Dinge, das Hinweisen auf weniger gute Dinge, sozusagen das Anregen zur
Verbesserung durch das Aufzählen von Positivem und Negativem gleichermaßen mit
nachfolgender Expertise, welche Seite überwiegt und was der Autor davon hält. Mein Gastbeitrag
passt nicht in dieses Schema, ganz im Gegenteil. Ich bin zweifellos voreingenommen und ich werde
nicht abwiegen, ich werde parteiisch sein, ja geradezu lobhudelnd. Was folgt wird im Grunde einer
Lobeshymne gleichen, mit einigen Denkanstößen, ohne Frage, doch im Großen Ganzen eine
Hymne, ein Propagandatext, dem es aber dennoch nicht an Wahrheit fehlt. Denn um dieses Lob
und die Anerkennung für den angesagtesten Club der Stadt niederzuschreiben bedarf es keiner
Lügen, nicht einmal Beschönigungen. Alles was ich schreibe ist zwar voll von Voreingenommenheit
und Sympathie für den Club, doch deswegen nicht minder die Wahrheit. Während meiner Zeit
als gefühlt inoffizieller Promotionläufer für das STUWO brandete mir viel Pessimismus entgegen.
Der Laden sei komisch, habe ein scheiß Ambiente, spiele schlechte Musik. Das Interessante daran:
Die meisten dieser negativ gefärbten Kommentare kamen aus den Mündern Unwissender! Der
Großteil der “Sprücheklopfer” hatte den Club noch nie von Innen gesehen! Frei nach dem Motto
„was der Bauer nicht kennt frisst er nicht“ hatte anfangs kaum jemand Lust mitzukommen, in den
gerade eröffneten Club in der “Brücke” der Stadthalle über der Peterstraße. Doch jeder den ich
überreden konnte, kam mit anderer Meinung aus dem STUWO wieder heraus. Das häufigste
Kommentar war “auf jeden Fall besser als das FUN!” dem ist soweit nichts hinzuzufügen und doch
wird es der neuen Diskothek in Wilhelmshavens Mitte nicht gerecht. Denn das STUWO
unterscheidet sich wesentlich von allen anderen Diskotheken der Umgebung. Wichtig ist nicht die
besondere Rustikalität (wie im FUN) oder ein hohes, vor allem lichttechnisches Aufgebot (wie im
Twister) sondern das Gesamtpaket. Alles zusammen ergibt eine perfekte Einheit, genau
aufeinander abgestimmt und ineinandergreifend. Das beginnt mit dem Einrichtungsstil des Clubs.
Dabei stand der Kontrast zwischen den fast industriellen Rohbaustil, den man in Form von nur
klarlackierten Betonböden und Thekenoberflächen sofort bemerkt, und dem sehr edlen
Loungeambiente, das sich vor allem durch Holzböden, gemütliche bezogene Sitzgruppen und die
indirekte Beleuchtung in den Bars zeigt, im Vordergrund. Die Stile lassen sich im Raum
unmöglich klar trennen, sie gehen fließend ineinander über. Die indirekte Beleuchtung der Bars
harmoniert zudem perfekt mit dem restlichen Lichtkonzept. Während andere Clubs hier
besonders tief in die Technikkiste greifen, hält sich das STUWO hier bedeckter. Lediglich 12
kopfbewegte Scheinwerfer über der Tanzfläche und vier über den Sitzecken aufgehängte
sogenannte Scanner reichen aus um den Club im Licht zu Baden und die Grooves auch visuell zu
vermitteln. Und der DJ und die netten Jungs und Mädels an der Bar tun ihr übriges zu einem
gelungenen Abend. Dabei wartet das STUWO mit einer tollen Auswahl an DJs auf, die in der
Regel bereits in ganz Deutschland auflegen, bloß eben hier in der Region nicht besonders bekannt
sind, da die Diskotheken hier oft schon ihre eingefleischten Residents haben, was zweifellos auf
Kosten des Abwechslungsreichtums geht. Im STUWO gibt es stattdessen fast immer jemand
anderen. Was natürlich auch mal zu einem Fehlgriff führen kann. Womit wir dann nach dem
Lobgesang endlich bei der letzten Nacht angelangt wären.
Denn der DJ war wirklich kaum zu gebrauchen. Angekündigt war „die verruchteste Party
der Stadt“ mit heißen Tänzerinnen und „dem feurigsten Musikmix“. Naja, die Tänzerinnen waren
wirklich heiß und haben hauptsächlich unter den männlichen Gästen literweise Tequila direkt von
der Flasche in den Mund verteilt. Und die Tanzeinlagen „auf den Bässen“ waren nicht minder sexy
und verrucht. Doch von einem feurigen Musikmix konnte kaum die Rede sein, es ergab sich ein
komischer Mix aus ODC-Charthits und R&B-Music, die kaum schlechter hätten übergeleitet
werden können. Es ergab sich im Mix einfach keine Konstante und, so war die Tanzfläche lediglich
zu den Charthits und sehr bekannten Songs wirklich auch gefüllt. Einen Zustand den es auch im
noch nicht bis zur Belastungsgrenze besuchten STUWO schon anders gab! Beispielsweise als das
Trio DBN, eine bekannte Größe des House auflegte. Ein kontinuierlicher Mix, eine durchgehend
pumpende Baseline und immer wieder Überraschungen boten einen wirklich feurigen Mix. Was
wir gestern erlebt haben war nix.
Interessanterweise tat die schlechte musikalische Grundversorgung der Stimmung im
STUWO nie einen Abbruch! Meine Clique und ich haben trotzdem einen grandiosen und
stimmungsvollen Abend erlebt, wie eigentlich immer. Denn obwohl wir mittlerweile fast jedes
Wochenende im STUWO die überstandene Woche feiern, wird es nie langweilig! Man sieht
immer neue Gesichter und der Club ist nicht nur Diskothek sondern irgendwie auch Lokal, mit
den entsprechenden Sitzgelegenheiten kann man auch den ganzen Abend lang der Tanzfläche
fernbleiben und sich, bei natürlich etwas erhöhter Lautstärke mit Gesprächen einen entspannten
Abend machen. Die tollen Getränke helfen dabei kräftig mit. Denn auch hier bietet das STUWO
wieder etwas mehr als die anderen. Statt normaler Coca-Cola, Fanta, Sprite, No-Name-
Spirituosen und vorher abgefüllten und stundenlang rotierenden Cocktails gibt es Szenegetränke,
hochprozentige Markenware und frisch gemixte Cocktails. Selbst wenn man antialkoholisch durch
den Abend kommen will ist das Angebot mehr als ausreichend. Ein besonderes Highlight ist dabei
das Sortiment des noch sehr jungen Kolaherstellers fritz-kola, der mittlerweile nicht mehr nur
Kola anbietet sondern auch sechs teilweise Limonadensorten. Dazu natürlich das übliche Angebot
an Säften und non-alcohol-Cocktails. Und für alle „Alkoholiker“ gibt es Markenwodka von
Smirnoff (auf Wunsch auch in der 0,7l Flasche mit einem Eimer Eis und einer Flasche Energy-
Drink oder beliebigem Longdrink-Filler und Gläser zum Mitnehmen an den Tisch), die üblichen
Whiskeys, Sekt, Champagner (ebenfalls Flaschenweise) und natürlich Bier. In meinen Augen ist
hier das Sortiment von Warsteiner nicht die beste, vielleicht sogar die schlechteste vorstellbare
Wahl, aber wer es mag bekommt es gerade mittwochs zum Spottpreis von 1€ pro Flasche. Und um
die ganze Flüssigkeit wieder aufzusaugen gibt es auch Nüsse und Salzstangen zur freien Verfügung
und teilweise rauen Mengen.
Das STUWO tut also einiges um seinen Gästen einen angenehmen Abend zu bereiten und
schafft das für mich und meine Freunde jedes Mal! Ein Zustand den es früher, als wir noch ins
Twister pilgerten um uns beim „Feier dich Reich“ für günstige 1€ pro Getränk ordentlich einen
hinter die Binsen zu kippen, nicht gab. Mag daran liegen, dass wir in dieser Hinsicht reifer
geworden sind und dadurch nicht mehr so sehr ums (Be)Trinken geht, und stattdessen auch der
Genuss der Getränke in den Vordergrund rückt. Doch auch die Stimmung im STUWO tut ihr
übriges um vom Kurs des billigen Alkoholgenusses abzukommen. Denn selbst wenn man sich mit
ein bis zwei Getränken durch den Abend rettet, ist man deswegen noch längst nicht enttäuscht und
geht schlecht gelaunt nach Hause! Die Atmosphäre des STUWO steckt an und lässt einen nicht
los, wenn man erstmal Feuer gefangen hat. Ein Zustand der von allem Aufwand des STUWO
gefördert wird und von der Klientel der Besucher abgerundet wird. Die Leute dort sind einfach
anders, entspannter, wohlmöglich reifer. Womit ich keinem Twister-Gänger Unreife unterstellen
will, denn sicher hat auch das Twister seine Vorzüge. Doch auch der Altersdurchschnitt und der
Einlass ab 18 Jahren im STUWO tragen zum niveauvollen Feiern bei. Und an all den
Wochenenden die ich nun schon dort war habe ich z.B. noch nicht einen Brech-Vorfall erlebt, was
gerade im Twister Seltenheitswert hätte. So ist das im STUWO – feiern mit Niveau und
garantiert guter Laune.
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